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Fachgebiet:
Anästhesiologie
Was ist passiert?
Zum Monitoring der Beatmung befindet sich zwischen einem Ansatzstück des Tubus und dem Narkosegerät ein 3 Meter langer, durchsichtiger, ca. 2 mm dünner Schlauch, über den ein Teil der vom Patienten exspirierten Luft abgesaugt wird. Die Gaskonzentration (CO2) wird im Narkosegerät analysiert. Der Schlauch ist mit 3 Meter deutlich länger als die Beatmungsschläuche und liegt daher häufig unbeachtet auf dem Fußboden. Als sich der Anästhesist vom Narkosegerät wegbewegte, blieb er mit dem Fuß an dem Schlauch hängen, welcher auf dem Fußboden lag. Es entstand ein starker Zug an diesem Schlauch und damit sowohl am Beatmungstubus, als auch an der Konnektionsstelle des Schlauches am Narkosegerät.
Was war das Ergebnis?
Akzidentielle Beinahe-Extubation / Dislokation des Tubus während laufender Operation / Narkose.
Wo sehen Sie Gründe für dieses Ereignis und wie könnte es in Zukunft vermieden werden?
Mehrfache Hinweise auf die potenzielle Gefahr (bevor dann tatsächlich bisher 2 Mal das oben beschriebene Ereignis eintrat) führten zu keinen Aktivitäten. Clips, die den CO2-Schlauch am Beatmungsschlauch fixieren würden, wurden bisher nicht angeschafft, da befürchtet wird, dass letztere zusammen mit den Beatmungsschläuchen entsorgt würden. Während die Beatmungsschläuche Einmalmaterial sind, sind die Clips Mehrwegartikel. Hinweise, dass mit etwas Kooperation die Entsorgung der Clips zu verhindern wäre und dass es sich wahrscheinlich um Cent-Artikel handelt, fruchteten bisher nicht. Insgesamt scheint das Bewusstsein, schon auf entdeckte Fehlerquellen zu reagieren um den Eintritt eines Ereignisses von vornherein zu verhindern, zu schwach ausgeprägt („Es ist noch nie etwas passiert“). Der Hersteller des Narkosegerätes bietet entsprechende Clips an. Diese werden in naher Zukunft getestet.
Kommentar eines Lesers
Nach langjährigem Umgang mit genau diesem Problem hat sich gezeigt: es gibt noch keine Lösung für alle Örtlichkeiten. Alle vorhandenen Clips sind unbefriedigend. Bisher sind nur hauseigene Ersatzlösungen einigermaßen hilfreich. Das einzige was wirklich helfen könnte, wäre das ein Ein- oder Aufarbeiten des kleinen Schlauches in oder auf den Beatmungsschlauch. Es müsste versucht werden, die Firmen dazu zu animieren. |